Pistenrettung im Digitalen Zeitalter

Die Digitalisierung bringt in der Pistenrettung zahlreiche Innovationen mit sich, sie die Sicherheit auf den Pisten langfristig verbessern. Neben einer vereinfachten Kommunikation und Koordination der Einsatzteams profitieren Skigebiete vor allem durch eine lückenlose Dokumentation in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht enorm.

Verlorene Papierzettel, unleserliche Kontaktdaten und unvollständige Einsatzprotokolle – diese Probleme stellen Pistenretter und Skigebiete häufig vor große Herausforderungen. Vom Einsatz, der nicht verrechnet werden kann, bis hin zu fehlenden Beweisen vor Gericht kann das finanzielle Einbußen oder sogar rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Genau hier setzt die digitale Unterstützung der Pistenrettung an – und kann dabei doch so viel mehr. Von einer umfassenden Dokumentation der Einsätze über die effiziente Koordination der Einsatzkräfte bis hin zur Analyse häufiger Unfallarten bieten digitale Tools wie die ARENA Pistenrettung ein breites Feld an Möglichkeiten, die Verrechnungsquote zu verbessern und Pisten langfristig sicherer zu machen.

Welche Bereiche der Pistenrettung können von der Digitalisierung profitieren?

Grundsätzlich stützt sich die Pistenrettung auf die bestens ausgebildeten und oftmals ehrenamtlichen Mitglieder der Pisten- oder Bergrettung. Ihr spezifisches Wissen um die Gefahren und die Eigenheiten im alpinen Gelände kann natürlich nicht digitalisiert werden.

Allerdings können digitale Tools Pistenretter bei ihrer heiklen Arbeit noch besser unterstützen. So wird durch einheitliche Geoinformationssysteme die Navigation während der Ortung, der Anfahrt und des Abtransportes sowie die Kommunikation innerhalb der Rettungskette verbessert.

Die Protokollierung mittels teilautomatisierter Formulare sorgt auch dafür, dass unleserliche oder unvollständige Papierzettel endgültig der Vergangenheit angehören. Die Einsatzdokumentation ist dadurch passwortgeschützt mit einem Klick und gemäß DSGVO abrufbar.

Lokalisation des Unfallortes

Mit einer auf Geodaten basierenden Koordination wird die Rettungskette ab der ersten Sekunde bestmöglich unterstützt. Unfallorte können schnell lokalisiert werden und der optimale Zufahrts- oder Zustiegsweg ist auf einem Blick ersichtlich.

Am Unfallort selbst setzt sich die Einsatzdokumentation mit einer Fotoaufnahme des Geschehens fort. Lagebilder werden inklusive der genauen geografischen Position und Zeitstempel direkt im Pistenrettungs-Tool abgespeichert. Position, Unfallgeschehen, Wetterlage und die involvierten Personen am Einsatzort sind damit ebenso dokumentiert, wie der Zeitpunkt, zu dem die Rettungskräfte eingetroffen sind.

Unterstützung der Rettungskette

Nach der Versorgung der Verunfallten kann sich das Einsatzteam unmittelbar mit Rettung, Notarzt oder Hubschrauber über weitere Maßnahmen abstimmen sowie Unfall- und Patientendaten übermitteln.

Die nachfolgenden Glieder der Rettungskette erhalten dadurch bereits während der Anfahrt wichtige Informationen wie die Art der Verletzung, die bereits erfolgte Medikation oder die Sozialversicherungsnummer des Patienten.

Zusätzlich zum mündlichen Übergabegespräch werden dadurch wichtige Informationen schriftlich und unabhängig von Verbindungsqualität oder Dialekten einwandfrei verständlich weitergegeben.

Lückenlose Dokumentation

Während des Rettungseinsatzes wird jede gesetzte Maßnahme per Klick oder durch digitale Eingabefelder erfasst. Eine intuitive Benutzeroberfläche ermöglicht auch in hektischen Situationen eine schnelle und unkomplizierte Eingabe, was die lückenlose Dokumentation des gesamten Prozederes garantiert.

Vom Eingang des Notrufes über die Anfahrt, das Unfallgeschehen und die Erstversorgung bis hin zur Übergabe an die weiteren Rettungskräfte und die Einlieferung in ein Krankenhaus sind alle Schritte vollständig und revisionssicher protokolliert. Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sind durch die geografische Verortung der Rettungsschritte ebenfalls eindeutig geklärt.

Rechtssicherheit und höhere Verrechnungsquote

Mit der digitalen Erfassung und Speicherung der Einsatzdaten sichern sich die Pistenretter und das Skigebiet auch rechtlich besser ab. Denn im Falle von Klagen oder Einsprüchen seitens der Unfallopfer können die gesetzten Maßnahmen auf Knopfdruck als Beweismittel zur Verfügung gestellt werden. Unrechtsmäßigen Behauptungen wird damit unmittelbar der Wind aus den Segeln genommen.

Das führt zu einer bestmöglichen Rechtssicherheit für alle am Einsatz beteiligten Rettungskräfte. Haftungsansprüche gegen Einzelpersonen oder juristische Personen wie Skigebiete oder Gemeinden werden so im Vorhinein vermieden. Da digitale Einsatzprotokolle zudem revisionssicher und damit vor dem Vorwurf der späteren Verfälschung geschützt sind, dienen sie auch vor Gericht als aussagekräftiges Beweismaterial.

Zusätzlich führt eine vollständige Dokumentation zu einer besseren Verrechnungsquote. Handschriftliche Einsatzprotokolle auf Papier sind oft unvollständig oder unleserlich ausgefüllt. Rund 10% der Namen oder Kontaktdaten der Verunfallten sind dadurch oft nicht ersichtlich. Mit der digitalen Eingabe der Daten wird dieses Problem ein für alle Mal gelöst.

Bedienung

Die Bedienung digitaler Rettungs-Tools muss einfach, schnell und intuitiv sein. Mit einer leicht verständlichen Benutzeroberfläche ist auch in stressigen Situationen eine reibungslose Bedienung stets gewährleistet. Die ARENA Pistenrettung verwendet dazu speziell zertifizierte Smartphones, die den hohen physischen Ansprüchen gerecht werden.

Diese haben leicht in der Hosentasche Platz und können auch bei Sonneneinstrahlung oder mit Handschuhen einfach bedient werden. Eine Akkulaufzeit von mindestens 24 Stunden sowie ein erweiterter Temperaturbereich garantieren die reibungslose Verwendung – auch unter extremen Bedingungen.

Identifizierung von Unfall-Hot-Spots

Durch die geografische Verortung sämtlicher Unfälle in einem Skigebiet, werden auf der verknüpften Geländekarte mit der Zeit Unfall-Hot-Spots sichtbar. In der analogen Unfalldokumentation können diese vulnerablen Punkte lediglich vermutet, aber nicht mit Daten und Statistiken nachgewiesen und ausgewertet werden.

Ist die Einsatzdokumentation digitalisiert, kann das Unfallgeschehen einer gesamten Saison per Knopfdruck abgerufen und nach Ort, Uhrzeit oder Herkunft der Verunfallten gefiltert werden. Das erlaubt Entscheidungsträgern, vorausschauend zu handeln und etwaige Hot-Spots durch entsprechende Maßnahmen zu entschärfen.

Unfallprävention

Aus den erfassten Unfalldaten lassen sich aber auch noch weitere Erkenntnisse ableiten. Treten in einem Abschnitt zum Beispiel signifikant viele Knieverletzungen auf, kann das Pistenprofil entsprechend angepasst werden, um derartige Verletzungen zukünftig zu reduzieren. Außerdem könnten im Skigebiet entsprechende Protektoren für die statistisch besonders betroffenen Körperregionen angeboten werden.

Gibt es zeitlich gehäuft Unfälle auf einem Pistenabschnitt oder sind vermehrt einzelne Nationalitäten in Unfälle verwickelt, lassen sich gezielt – mitunter zeitlich beschränkte – Sicherheitsmaßnahmen treffen oder Hinweise in den jeweiligen Landessprachen anbringen. Die gefühlte und die tatsächliche Sicherheit in den Bergen wird dadurch erhöht und die Kundenzufriedenheit steigt.

Datenschutz

Der Umgang mit sensiblen Patientendaten erfordert ein Höchstmaß an Datensicherheit. Daher ist es nicht empfehlenswert, private Mobilfunkgeräte für Pistenrettungs-Tools zu verwenden, sondern auf Geräte zu vertrauen, die auch datenschutzrechtlich höchsten Anforderungen entsprechen.

Ist der Einsatz beendet, werden alle personenspezifischen Daten automatisch aus dem Tool und vom verwendeten Endgerät gelöscht und in einem Hochsicherheits-Rechenzentrum in Österreich gespeichert. Damit wird sichergestellt, dass sämtliche Personendaten zu jedem Zeitpunkt vor dem Zugriff Dritter geschützt sind und nur von einer streng limitierten Anzahl berechtigter Personen zu Bearbeitungszwecken eingesehen werden können.

Breites Einsatzgebiet

Digitale Rettungshelfer wie die ARENA Pistenrettung sind aber nicht nur auf die Verwendung in Skigebieten beschränkt. Durch ihre umfassenden Dokumentationsfunktionen ist das Tool Sommer wie Winter optimal auf sämtliche Rettungseinsätze im freien Gelände abgestimmt.

Von der Bergrettung über die Flugrettung bis hin zur Personenortung oder das Rettungstraining kann ein digital gestütztes Rettungs-Tool überall dort zum Einsatz kommen, wo Rettungskräfte im freien Gelände agieren und eine umfassende Dokumentation der gesetzten Maßnahmen notwendig ist.

Über den Author

Gerhard Bernot

„Jede Sekunde zählt“ – Dipl.-Ing. Gerhard Bernot, viele Jahre leidenschaftlicher Skifahrer, Berg- und Wassersportler, arbeitet mit seinem Team an der Optimierung der digitalen Rettungskette für Einheimische und Gäste in unseren wunderschönen Alpen. LEBEN SCHÜTZEN: auf dem Wasser, an Land, in der Luft
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